Ein Roadtrip: Teneriffas Ostküste entdecken

Ein Wallfahrtsort, rätselhafte Pyramiden, eine Geisterstadt und ein spektakulärer Felsbogen – dieser Tagesausflug von Candelaria über die Pyramiden von Güímar zum Arco de Tajao verbindet Natur und Kultur.

Was Sie an der Ostküste erwartet

Teneriffa hat viele Gesichter: Den grünen Norden und den zerklüfteten Westen. Den sonnigen Süden mit den großen Hotelkomplexen und langen Stränden. Das mystische Anagagebirge im Nordosten. Die vulkanische Inselmitte und das kulturelle Zentrum Santa Cruz. Häufig übersehen wird der Küstenabschnitt zwischen Santa Cruz und dem Flughafen Teneriffa Süd. Zu Unrecht, wie wir finden! Hier wartet eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Archäologie und Natur. Dieser Roadtrip führt Sie an nur einem Tag zu ganz unterschiedlichen Orten.

Die Route

Wenn Sie an der Villa ARTE in Garachico starten, führt Sie die Route über die TF-5 und die TF-1 Richtung Südosten. Insgesamt sind Sie an diesem Tag etwa 3 Stunden reine Fahrzeit unterwegs – verteilt auf mehrere kurze Etappen.

Wir empfehlen die Route wie beschrieben von Nord nach Süd. So haben Sie den kulturellen Teil am Vormittag, ein Mittagessen in Tajao und die Natur-Highlights am Nachmittag. Wenn Sie möchten, beenden Sie den Tag am Strand von El Médano oder Sie machen auf dem Rückweg nach Garachico einen Abstecher zur Geisterstadt Abades.

Lageplan

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Die Ostküste ist sonniger und trockener als der Norden – dieser Roadtrip ist deshalb ideal, wenn in Garachico einmal die Wolken tief hängen. Bis Sie abends zurückkommen, haben sich die Wolken meist verzogen und auf unserer Panoramaterrasse wartet ein Sonnenuntergang.

Station 1: Candelaria - Religiöses Zentrum der Insel

Fahrzeit ab Garachico: ca. 1 Stunde 

Der erste Stopp dieses Roadtrips ist einer der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte der Kanaren. Candelaria, ein beschauliches Küstenstädtchen, beherbergt die Basilika der Schutzheiligen des Archipels – der Virgen de la Candelaria. Schon von Weitem sehen Sie den 45 Meter hohen Glockenturm, der sich majestätisch vor dem Atlantik erhebt.

Die Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria ist eine dreischiffige Kirche im neoklassizistischen Stil mit einer 25 Meter hohen Kuppel. Im Inneren finden Sie die Statue der „Schwarzen Madonna“ – allerdings eine Nachbildung, denn die Originalfigur wurde im 19. Jahrhundert bei einer Sturmflut vom Meer verschlungen. Der Legende nach fanden Hirten der Guanchen im 14. Jahrhundert am Strand eine Madonnenfigur – eventuell von einem Schiffsaltar. Immer wieder soll die Madonna Wunder vollbracht haben und wurde in einer Höhle von den Guanchen verehrt, weit bevor diese den christlichen Glauben nach der spanischen Eroberung kennenlernten. 

Mindestens ebenso beeindruckend wie die Basilika sind die neun überlebensgroßen Bronzestatuen auf der Plaza de la Patrona de Canariast. Sie stellen die Menceyes dar, die einstigen Guanchen-Könige der Ureinwohner. 

Nach dem Besuch der Basilika lohnt sich ein Bummel über die Promenade und durch die kleine Fußgängerzone. 

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Candelaria

Basílica de Candelaria

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Candelaria

Virgen de Candelaria

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Candelaria

Mencey

Station 2: Die Pyramiden von Güímar – Teneriffas geheimnisvolles Rätsel

Fahrzeit ab Candelaria: ca. 15 Minuten

Nur wenige Kilometer südlich von Candelaria liegt der Ethnographische Park Pirámides de Güímar. Sechs Stufenpyramiden aus Lavagestein, die bis heute Rätsel aufgeben und Wissenschaftler in zwei Lager spalten.

Bis in die 1990er Jahre galten die Pyramiden schlicht als „Steinhaufen“. Dann wurde der norwegische Abenteurer und Anthropologe Thor Heyerdahl auf sie aufmerksam – der Mann, der mit seinem Floß „Kon-Tiki“ den Pazifik überquert hatte. Heyerdahl erkannte Parallelen zu Pyramidenbauten in Mexiko, Peru und Ägypten und vermutete einen transozeanischen Kulturaustausch weit vor Kolumbus. Er gründete 1998 den ethnographischen Park, um die Pyramiden vor einem geplanten Bebauungsvorhaben zu retten. Ob die bis zu sieben Stufen hohen Bauwerke von den Guanchen oder erst viel später von Bauern errichtet wurden oder sogar ein Bindeglied zwischen alten Hochkulturen sind – über diese Frage herrscht bis heute keine Einigkeit. 

Der Park erstreckt sich über 64.000 Quadratmeter: 

  • Pyramidenkomplex mit sechs Stufenpyramiden, die nachweislich auf die Sommer- und Wintersonnenwende ausgerichtet sind
  • Museum mit Ausstellungen zu Thor Heyerdahls Expeditionen und den von ihm vermuteten Verbindungen zwischen antiken Zivilisationen
  • Eine Vulkanröhre unter Pyramide 1, in der archäologische Überreste der Guanchen gefunden wurden
  • Botanischer Garten mit endemischen Pflanzen der Kanaren
  • Giftgarten – ein eingezäunter Bereich mit über 70 giftigen Pflanzenarten aus aller Welt
  • Nachhaltiger Garten, der in Zusammenarbeit mit der Universität La Laguna eine typisch kanarische Schlucht nachbildet
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Pyramiden von Güímar

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Pyramiden von Güímar

Pyramiden von GüímarPyramiden von Güímar

Pyramiden von Güímar

Tipp: Jedes Jahr am 21. Juni lässt sich von den Piramides de Güimar eine astronomische Besonderheit beobachten: ein doppelter Sonnenuntergang. Die Sonne verschwindet hinter einem Berg, um dann kurz darauf wieder zu erscheinen und erst dann unterzugehen.

Station 3: San Miguel de Tajao – Fischessen wie die Einheimischen

Fahrzeit ab Güímar: ca. 25 Minuten

Jetzt ist es Zeit für San Miguel de Tajao – ein verschlafenes Fischerdorf an der Südostküste, in das Einheimische von der ganzen Insel in die Fischrestaurants pilgern. In den 11 Fisch-Restaurants in Tajao gibt es kaum Speisekarten. Fische und Meeresfrüchte liegen auf Eis in der Theke und werden dort bestellt. Der Fang wird gewogen und anschließend frisch für Sie zubereitet – gegrillt, gebraten oder frittiert. Dazu gibt es die unverzichtbaren Papas arrugadas con mojo (Runzelkartoffeln mit der typischen kanarischen Sauce), Salat und Brot. Sehr beliebt sind die kleinen frittierten Tintenfische (Chopitos), frische Garnelen und gegrillter Wolfsbarsch. Es gibt hier viele gute Restaurants – eines der besten ist das Marisquería Agua y Sal.

An Wochenenden kann es voll werden – halb Santa Cruz scheint dann zum Fischessen nach Tajao zu kommen. Unter der Woche ist es deutlich entspannter. 

Station 4: Arco de Tajao – Teneriffas riesiger Felsbogen

Fahrzeit ab Tajao: ca. 3 Minuten

Nach dem Mittagessen wartet ein markantes Natur-Highlight auf Sie: der Arco de Tajao ist ein natürlicher Felsbogen von rund 30 Metern Länge und 10 Metern Höhe. Dieses Naturdenkmal ist aus vulkanischem Tuffstein entstanden – über Jahrtausende haben Wind und Wasser die weicheren Gesteinsschichten abgetragen und diese spektakuläre Brückenformation geschaffen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Felsbogen zu erreichen:

Variante 1 (kurz) – Von der Autobahnabfahrt Tajao biegen Sie nach etwa 100 Metern links Richtung La Jaca ab. In der ersten großen Linkskurve beginnt rechts ein kurzer Weg (ca. 50 Meter) zum Felsbogen. Parkmöglichkeiten gibt es direkt an der Abzweigung.

Variante 2 (lang) – Wandern Sie direkt von der Hafenpromenade zum Arco. Der Weg führt über die hellen Tuffsteinklippen entlang der Küste, vorbei an bizarren Felsformationen und durch eine karge, aber faszinierende Landschaft. Die Route wird auch als „Ecomuseo de la Piedra“ bezeichnet und ist mit Informationstafeln zur Geologie und Geschichte der Region ausgestattet. Die Wanderung ist etwa 4 Kilometer lang und leicht zu gehen. 

Bester Foto-Spot

Die meisten Leute nähern sich dem Bogen vom Parkplatz kommend von oben. Die eindrucksvollere Perspektive ergibt sich aber, wenn Sie zum Bogen hinabsteigen. 

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Arco de Tajao

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Arco de Tajao

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Arco de Tajao

Sie haben nach dem Arco de Tajao noch nicht genug? Dann gibt es einige Möglichkeiten, den Roadtrip zu verlängern.

Option #1: die Geisterstadt Abades

Fahrzeit ab dem Arco de Tajao: ca. 5 Minuten

Die Geisterstadt von Abades ist ein ungewöhnlicher Lost Place. Hier, auf einem Hügel über dem Meer, begann man 1943 mit dem Bau einer kompletten Siedlung – dem „Sanatorio de Abona“, einer Leprastation für die rund 200 Erkrankten auf der Insel. Es entstanden eine imposante Kirche im Franco-typischen Stil mit einem weithin sichtbaren Betonkreuz, ein Krankenhaus, ein Krematorium und zahlreiche Wohngebäude. Doch bevor die Siedlung fertiggestellt werden konnte, wurde Lepra auf den Kanaren dank neuer Medikamente nahezu ausgerottet. Die Station wurde nie in Betrieb genommen.

Jahrzehntelang nutzte das spanische Militär das Gelände als Übungsgelände für den Häuserkampf. Im Jahr 2002 wurde es an einen italienischen Investor verkauft – seitdem ist nichts passiert. Die Gebäude stehen noch immer, verwildert und mit bunten Graffitis bedeckt, die die verlassenen Mauern in eine Open-Air-Galerie verwandelt haben. Das Gelände ist frei zugänglich. 

Option #2: der Surferstrand El Médano

Fahrzeit ab dem Arco de Tajao: ca. 12 Minuten

Wo könnte man einen schönen Tag besser ausklingen lassen als am Strand? Wenn Sie noch einige Kilometer weiter Richtung Süden fahren, erreichen Sie El Médano – Teneriffas Surf-Hauptstadt. Der Name bedeutet übersetzt „die Sanddüne“ – gilt als der Hotspot für Wind- und Kitesurfer auf den gesamten Kanaren. Die Strandpromenade lädt zum Flanieren ein, mit Blick auf das bunte Treiben der Kites über dem Wasser auf der einen und gemütlichen Cafés und Bars auf der anderen Seite. Der Playa de El Médano selbst erstreckt sich über mehr als einen Kilometer mit hellem, feinem Sand – einer der wenigen hellen Sandstrände auf Teneriffa. Suchen Sie sich einen Platz in einem der Strandcafés an der Promenade, schauen Sie den Kitesurfern zu und lassen den Tag bei einem kühlen Bier oder einem Barraquito (dem kanarischen Espresso-Likör-Milch-Mix) Revue passieren.

Option #3: Malpaís de Güímar

Fahrzeit ab dem Arco de Tajao: ca. 16 Minuten

Für alle, die gerne wandern oder eine Station ausgelassen haben: Das Malpaís de Güímar ist ein Naturschutzgebiet, das sich vom Vulkankegel der Montaña Grande bis hinunter zur Küste erstreckt – eine eindrucksvolle Lavalandschaft. „Malpaís“ bedeutet wörtlich „schlechtes Land“ – so nannten die Bauern jene Gegenden, in denen wegen des zerklüfteten Lavagesteins nichts angebaut werden konnte. Die erstarrten Lavaströme, deren Alter auf rund 5.000 Jahre geschätzt wird, bilden bizarre, fast skulpturale Formationen. Dazwischen leuchten hellgrüne Kanaren-Wolfsmilch und Dickblattgewächse, über 60 verschiedene Flechtenarten überziehen das dunkle Gestein, und an der Küste hat die Brandung spektakuläre Felsformationen geschaffen. 

Die Rundwanderung startet und endet in Puertito de Güímar und folgt dem gut ausgeschilderten Wanderweg „Malpaís de Güímar 1″. Die Route führt zunächst entlang der Lavaküste, vorbei an alten Salinebecken, hinauf zum Aussichtspunkt Mirador de Montaña La Mar mit Blick über das gesamte Malpaís und den Atlantik, und dann unterhalb des rötlich schimmernden Vulkankegels der Montaña Grande zurück zum Ausgangspunkt. Die kurze Variante ist etwa 6,5 Kilometer lang mit rund 125 Höhenmetern – eine leichte bis mittelschwere Tour, die je nach Tempo und Fotostopps zwischen 2 und 3 Stunden dauert. Informationstafeln entlang des Weges erklären die Geologie, die Pflanzenwelt und die Geschichte der Region. 

Malpais de GuimarMalpais de Guimar

Malpaís de Güímar

Playa El MédanoPlaya El Médano

El Médano

Geisterstadt Abades TeneriffaGeisterstadt Abades Teneriffa

Geisterstadt Abades

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